Good designers copy…
Die Trennung von Content und Style hat neben ihren vielen Vorteilen auch ihre Schattenseiten. Durch die leichte Anpassbarkeit kann nicht nur das Design der eigenen Seite schnell und unkompliziert verändert oder gar ausgetauscht werden — es kann sogar ohne große Mühe auf einevöllig andere Seite angewandt werden.
Original oder Plagiat?
Nachdem bereits Jon Hicks in seinem Artikel Recycled CSS auf die Problematik aufmerksam gemacht hat, möchte ich ihm nun anhand eines eigenen Beispiels folgen. Seit gestern ist das neue Design der Seite digitalfortune.de online — wer Lust hat schaut vorbei und wird mit Sicherheit eine recht große Ähnlichkeit zu Bartelme Design feststellen.
Stehlen oder neu interpretieren?
Es schmeichelt mir, dass das Design von Bartelme Design auch bei anderen auf Anklang stößt und empfinde es auch als durchaus positiv, wenn einzelne Teile davon übernommen oder neu interpretiert werden — schließlich ist es mein erklärtes Ziel, mehr Leute für die Thematik XHTML und CSS zu sensibilisieren. Die Frage dabei ist nur: Wie groß sind diese Teile? Bis zu welchem Grad wurden sie neu interpretiert?
Good designers copy, great designers steal.
Wir bewegen uns hier, wie nur all zu oft, in einer Grauzone. Es ist nicht immer eindeutig festzustellen was legitim oder bereits bedenklich nah am Original ist. Eines kann ich jedoch mit Sicherheit sagen; beinahe exakte Kopien einer Seite gehen meiner Meinung nach eindeutig einen Schritt zu weit.
Positive Side Effects
Auf der anderen Seite hat das Kopieren auch positive Auswirkungen auf die Usability des Webs. Die immer ähnlicher werdende Gestaltung, Strukturierung und Aufbereitung des Inhalts führt dazu, dass der Benutzer auf den unterschiedlichen Seiten auf bereits „vertraute Verhaltensweisen“ (Navigation etc.) zurück greifen kann und sich dadurch schneller zurecht findet. Übrigens ist auf Sitepoint.com ein wirklich empfehlenswerter Artikel zu dieser Thematik zu finden, welcher mit einem Hinweis endet, den ich auch hier noch einmal anbringen möchte:
Copy the inspiration, not the outcome
